Aus dem Leben von meinen Muckels und mir

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Geschichten aus der Tierarztpraxis

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch eine kleine Geschichte aus meinem beruflichen Alltag erzählen, die mich doch sehr zum nachdenken gebracht hat.

Also, eine Frau ist mit ihrem 8 Monate jungem Briard das erste Mal bei uns bei uns, ein total netter und verschmuster Kerl. Auch bei der Untersuchung ist er sehr nett, aber doch etwas verunsichert und möchte sich gerne alles ganz genau anschauen, die Hand die ihn anfassen möchte, das Stethoskop und das Fieberthermometer. Alles überhaupt kein Problem bei uns, er darf gerne alles abschnuppern, soviel Zeit nehmen wir uns immer. Sein Frauli allerdinsg entschuldigt sich jedes Mal dafür, auch nachdem wir ihr mehrmals gesagt haben dass das nun wirklich überhaupt kein Problem ist.

Im laufe der Untersuchung kam dann raus, das der vorherige Tierarzt ihr dafür gehörig einen auf den Deckel gegeben haben muss. Er habe wohl gesagt das es ein Unding wäre das der Hund so rumzappelt und sie gefälligst aufpassen soll das er nicht noch zubeisst. Die junge Rüde war aber in absolut keinster weise aggresiv, sondern einfach nur verunsichert von der Situation, was ja auch verständlich ist, immerhin kannte er uns nicht, er war ja das erste Mal bei uns. Wir haben ihr dann nochmal versichert das es kein Problem gibt, im Gegenteil, wir ihm gerne alle Zeit geben, die er braucht. Sie war hinterher total glücklich (und das über eine Sache die für uns Selbstverständlich ist), der junge Kerl hat von uns noch eine Menge Leckerchen abgestaubt und alle gingen zufrieden nach Hause.

Ich möchte damit einfach nochmal sagen, das wir unseren Hunden (und auch allen anderen Haustieren) beim Tierarzt eine Menge zumuten. Wir verlangen von ihnen, dass sie sich in einer komischen, fremden Umgebung, von einem für sie fremden Menschen alles kommentarlos über sich ergehen lassen. Und das sind auch manchmal Sachen die weh tun oder einfach nur unangenehm sind. Da sollten wir ihnen doch immerhin die Zeit geben, sich alles anzuschauen und ein wenig vertrauen zu der Person zu fassen.
Zum einen ist da natürlich auch das Vertrauen zu den Besitzern wichtig, aber auch das Vertrauen vom Besitzer zum Tierarzt. Ich hoffe sehr das ihr alle einen Tierarzt habt, bei dem ihr euch wohl und verstanden fühlt, ist dies nicht der Fall, möchte ich euch ans Herz legen dies anzusprechen oder den Tierarzt zu wechseln. Man darf auch durchaus Sachen hinterfragen oder sich überhaupt erklären lassen, oder auch einfach mal anderer Meinung sein, den mal ehrlich, Tierärzte sind auch nur Menschen und keine "Götter in Weiß".

Ich bin sehr froh das ich in einer Praxis arbeite, in der ich voll und ganz hinter unseren Ärzten stehen kann, da ihre und meine Meinungen über den Umgang mit Tieren gleich sind. Aber mir ist auch bewusst dass das nicht überall so ist.

So, ich hoffe ich hab euch mit diesem Text jetzt nicht zu sehr erschlagen und wünsche euch noch einen wunderschönen ersten Dezember.
Liebe Grüße
Jasmin mit Nora, Rico und Sam

Kommentare:

  1. Das finde ich schon sehr erstaunlich, dass es überhaupt Tierärzte gibt, die die Tierbesitzer deswegen anmeckern, weil ihr Tier nicht still bleibt. Das ist doch ein völlig normales Verhalten in so einer Situation? Zu so einem Tierarzt wäre ich nicht mehr gegangen und entschuldigen tue ich mich für so ein Verhalten bei einem Hund auch nicht, denn es ist für mich völlig normal. Genki macht beim Tierarzt leider immer ein Riesentheater. Er hat schreckliche Angst, zittert so sehr, dass der ganze Untersuchungstisch wackelt. Bei meiner letzten Tierärztin wollte ich beruhigend auf ihn einreden und ihn eben dazu bekommen, dass er ein wenig entspannt. Mir wurde gesagt, das "bringt doch sowieso" nix und ich soll ihn mit Gewalt runterdrücken. Das hat mir auch (unter vielen anderen Dingen bei dieser Ärztin) nicht gefallen. Ja, auch bei unserem aktuellen Tierarzt bekomme ich Genki nicht wirklich zum Stillhalten und zur Untersuchung müssen ihn manchmal 3 Leute festhalten, aber ich habe nie das Gefühl, dass man deswegen genervt oder ungeduldig wird. Im Gegenteil, der Tierarzt reden auch viel auf Genki beruhigend ein oder lobt ihn. Als er letztes Jahr geröntgt wurde und wir dazu natürlich nicht mit durfte, hörte ich aus dem Nebenzimmer die ganze Zeit ein "Ja, fein, das machst du super, ja ganz toll machst du das, so ein toller Junge..." Mir ist es nicht nur wichtig, dass ein Tierarzt in seiner Diagnose und Behandlung kompetent erscheint, sondern auch, wie er mit meinem Hund umgeht.

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  2. Ich muss zugeben, auch wir hatten schon ähnlich unliebsame Erlebnisse bei Tierärzten - die Konsequenz ist dann aber, dass wir uns einen anderen Tierarzt gesucht haben.
    Ich bin nämlich auch der Meinung, dass gerade in dieser Situation Geduld und Ruhe angebracht sind und der Hund auch die Gelegenheit braucht sich zu orientieren.

    Gerade jetzt waren wir ja wegen des Umzugs wieder auf der Suche nach einem neuen Tierarzt und haben uns auch mehrere Praxen und Ärzte angeschaut. Neben dem ruhigen und freundlichen Umgang war für uns auch ein Arzt wichtig, der sich in erster Linie um die Hunde kümmert und nicht erst als Futtermittel-Lieferant auftritt und dann erst nach den Tieren schaut ;) Wir sind jetzt bei einer netten Tierärztin gelandet, die sich Zeit für die Hunde genommen hat, für Notfälle Hausbesuche macht und auch sehr gut erreichbar ist!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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  3. Hier gibt es in der Nähe eine sehr renommierte Tierarztpraxis, zu denen viele Züchter fahren.
    Mittlerweile hat der Sohn, ehemaliger Leiter der TU in Hannover die Praxis übernommen und ich weiß nicht, ob es noch so ist. Aber als Hundehalter wurde man dort tüchtig angemacht, wenn man nachgefragt hat oder der Hund zu dick war. Ich wurde mit einer entzündeten Zecke bei Soccke abgewiesen und vieles mehr. Mit den Hunden geht man recht ruppig um...

    Ich kann das nicht gut haben. Zum einen bin ich schrecklich neugierig und möchte alles wissen und verstehen, wenn es um Socke geht. Ich möchte, dass Socke freundlich behandelt wird und freue mich, wenn man mir nach dem Abholen sagt, dass Socke eine ganz liebe Patientin war. Ich freue mich, dass unser Tierarzt Socke zuerst begrüßt und zwar egal, wo wir ihn sehen, er immer nach Sockes Befinden fragt. Er hat sich sogar scchon mal entschuldigt, dass er ihr immer so weh tut. Er ist ehrlich und wir können auch über Dinge sehr heftig diskutieren -Übernachtung in der Tierklinik-. Aber er ist so lieb zu den Tieren und freundlich zu den Menschen, was mir guttut und was ich brauche. Ich bin nämich immer schrecklich aufgeregt, wenn es Socke schlecht geht. Da muss er mir manche Dinge auch zweimal erklären. Dabei ist er auch ehrlich und berät gut. Oft möchte ich etwas machen, wovon er mit abrät. Es ging einmal um Blut in Sockes Kot und er riet mir zu einem Test mit haushaltsrollen und nicht mit teuren Untersuchungen. Er bleibt länger in der Praxis, kommt in Notfällen ins Haus und macht Termine am Wochenende. Er weint beim Einschläfern der Hunde sogar manchmal mit. Er ist nett, kompetent und freundlich und Socke darf sich frei bewegen, sich umsehen und wird sehr nett behandelt...

    Sicher ist jeder Mensch anders und erwartet von einem Tierarzt etwas anderes.Ich bin aber sehr zufrieden mit unserem Tierarzt, der Sockes Erkrankung nämlich so früh erkannte, dass die Ärzte in der Klinik staunten und ihn lobten.

    jeder sollte seinen Tierarzt finden und ich freue mich, dass Du so einen netten Chef hast...

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke, die trotzdem nicht gerne zum Tierarzt geht

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  4. Als ich noch in der Tierarztpraxis gearbeitet habe, hat meine Chefin immer Wert darauf gelegt, dass wir höflich und respektvoll zu Mensch und Tier waren. Ich glaube, sonst hätte ich da auch nicht gearbeitet. Ich bin mit meinen Tierärzten für Groß-und Kleinvieh sehr zufrieden. Für mein Geld darf ich als Kunde wohl erwarten, eine ordentliche Behandlung zu bekommen und nicht "angemacht" zu werden. Aber leider gibt es das bei jeder Spezies von Ärzten.Ich hatte für meine Kids mal so eine Kinderarztvertretung. Mit der habe ich mich echt angelegt und mir einige Unverschämtheiten nicht gefallen lassen. Schön, dass du in so einer wunderbaren Praxis arbeitest.
    Liebste Grüße,
    Dani

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  5. Du sprichst mir aus der Seele! Leider ist unser Tierarzt nicht so verständnisvoll. Er untersucht Charly ruppig und lässt ihm keine Zeit, den Raum zu erschnuppern. Schade. Wir sind deswegen gerade auf der Suche nach einem neuen Tierarzt. Hoffentlich werden wir schnell fündig.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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  6. Liebe Jasmin,
    oh, wie schön, du arbeitest in einer Tierarztpraxis. Das wollte ich auch immer. Meine Tierärztin ist den Tieren gegenüber auch sehr verständnisvoll. Sie nennt alle Patienten immer "Schneggle" :)!
    Liebe Grüße,
    Christine

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  7. Wenn Emma und Lotte aufgeregt sind und ich eigentlich auch nur noch ein Nervenbündel, dann kann ich nicht noch einen hektischen oder ungeduldigen Tierarzt gebrauchen. Deswegen haben wir auch schon mal die Praxis gewechselt. Ich finde es sehr schön das bei euch so verständnisvoll mit den Tieren umgegangen wird.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  8. Nein liebe Jasmin ich fand Deinen Text sehr schön zu lesen. Gerade am Freitag mussten auch wir mal zum Tierarzt. Am Donnerstagabend habe ich entdeckt, dass Tari eine Bissverletzung am Ohr hat. Es sah echt übel aus und so machten wir uns am Freitag früh auf zur Tierärztin. Tari ist ja schlau und wollte schon gar nicht aus seinem Käfig aussteigen. Nach zwei Spritzen durfte er aber dann schnell wieder einsteigen. Nun hat er ein Loch im Ohr und muss noch bis Mittwoch Antibiotika bekommen und wir Menschen sind sehr froh dass uns so gut geholfen wurde♥ Du hast einen wunderbaren Beruf!

    Liebe Grüße
    Kerstin

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